Kampfmittelverdacht in Linden-Süd

25.02.2017 19:39

Der Kampfmittelverdacht hat sich nicht bestätigt. Es finden keine Evakuierungsmaßnahmen statt!


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Kampfmittelverdacht in Linden-Süd

 

Luftbildauswertungen seitens des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen sowie großflächige technische Sondierungsmaßnahmen haben auf dem ehemaligen Parkplatz Stadionbrücke im hannoverschen Stadtteil Linden-Süd gezeigt, dass es sich auf dem Gelände an mehreren Verdachtspunkten um Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handeln könnte. Zur Zeit besteht keine Gefahr für die Anwohnerinnen und Anwohner, die Verdachtspunkte müssen jedoch weiter erkundet werden.

 

Sieben Männer und eine Frau an einem Tisch. Im Hintergrund ist eine Karte zu sehen, die via Beamer an die Wand projiziert wurde.  


Im Rahmen einer Pressekonferenz informierte die Feuerwehr Hannover über die geplanten Maßnahmen zur Räumung.

 

Das ehemals als Parkplatz genutzte Grundstück an der Stadionbrücke, auf dem sich die Kampfmittelverdachtspunkte befinden, ist im städtischen Besitz und soll vom Hannoverschen Sportverein von 1896 e.V. bebaut werden. Hannover 96 plant dort die Errichtung eines Sportzentrums.

 

Bereits Ende des Jahres 2016 erfolgten großflächige technische Sondierungsmaßnahmen, bei denen im Ergebnis drei Kampfmittelverdachtspunkte lokalisiert wurden. Aufgrund der nach dem Zweiten Weltkrieg durchgeführten Geländeaufschüttung befinden sich die Verdachtspunkte zwischen acht und zehn Metern Tiefe im Erdreich. Die Freilegung der Verdachtspunkte ist technisch sehr anspruchsvoll und mit einem hohen Material- und Zeitaufwand verbunden, zumal für jeden Verdachtspunkt Tiefbauschächte erschütterungsfrei hergestellt werden müssen. Die erforderliche Freilegung soll zunächst bis auf einen Meter oberhalb der Verdachtspunkte herangeführt werden, um weitere Sondierungen durchführen zu können. Dies geschieht in der Zeit bis zum 26. März 2017.

 

Sollte sich hierbei herausstellen, dass ein Kampfmittelfund ausgeschlossen werden kann, werden die für eine Entschärfung notwendigen Maßnahmen aufgehoben. Erhärten sich hingegen die Anhaltspunkte, so müssen die Verdachtspunkte vollständig freigelegt werden.


© LHH (Neue Medien)

Bei erhärteten Anhaltspunkten: Evakuierung notwendig

 

Eine solche Öffnung ist zwingend mit einer Evakuierungsmaßnahme verbunden, die sich auf einen Sicherheitsradius von 1.000 Meter bezieht, in dem ca. 15.600 Einwohnerinnen und Einwohner leben. Anteilig betroffen von diesem Sicherheitsradius sind die Statteile Linden-Süd, Linden-Mitte, Calenberger Neustadt sowie Ricklingen. Besondere Einrichtungen innerhalb des Sicherheitsbereiches sind unter anderem das Stadionbad, die Hochschule Hannover, ein Altenheim, verschiedene Hotels, das Bahngelände Fischerhof, eine Jugendherberge, zwei Flüchtlingswohnheime, der Olympia-Stützpunkt sowie die Swiss Life Hall.

 

 

Klinikum Siloah würde nicht geräumt werden

 

Für das in unmittelbarer Nähe befindliche KRH Klinikum Siloah wird in Abstimmung mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen eine besondere Schutzmaßnahme umgesetzt. Diese ermöglicht es, auf eine Räumung des Krankenhauses zu verzichten. Dadurch lassen sich enorme Belastungen und eine mögliche Gefährdung für Patienten vermeiden, die sonst durch eine Evakuierung des Krankenhauses und die damit verbundenen Transporte in andere Behandlungseinrichtungen entstehen. Als besondere Auflage wurde festgelegt, um die Verdachtsstellen eine vierstöckige, etwa 35 Meter lange Containerwand aufzubauen, die bei einer eventuell erforderlichen Sprengung von Bombenblindgängern einen wirkungsvollen Splitterschutz darstellt.

 

Als zusätzliche Sicherheitsvorkehrung würden im Zeitraum der Maßnahme alle Räume im KRH Klinikum Siloah, die eine Außenwand zur Verdachtsstelle haben, geräumt. Davon betroffen wären 50 Patientenzimmer, zwei OP-Säle und mehrere Diensträume. Durch den langen Vorlauf wird es möglich sein, die Belegung in diesen Bereichen so zu regeln, dass an dem betreffenden Tag die Auswirkungen für die Patientinnen und Patienten kaum spürbar sein werden. Angehörige werden um Verständnis gebeten, dass an diesem Tag grundsätzlich keine Besuche möglich sind.

 

Für den kompletten Zeitraum der Einrichtung eines Sicherheitsbereiches werden Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, medizinisches und

technisches Personal in ausreichender Zahl anwesend sein, so dass das KRH Klinikum Siloah den ganzen Tag über autark arbeiten kann und die Patientenversorgung zu jeder Zeit sichergestellt ist. Es werden auch Regelungen erforderlich, wie mit außergewöhnlichen Situationen, zum Beispiel einem Feueralarm, umzugehen ist.

 

Maßnahme würde am 26. März 2017 stattfinden

 

Als möglicher Termin für die Kampfmittelbeseitigung und der damit verbundenen Evakuierung des Sicherheitsbereichs wurde zwischen dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen, der Polizeidirektion Hannover, dem Klinikum Region Hannover, Hannover 96 und der Landeshauptstadt Hannover einvernehmlich Sonntag, der 26. März 2017 festgelegt.

 

Die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner müssen um 9 Uhr ihre Wohnungen verlassen.

 

 

 

Krankentransporte rechtzeitig anmelden

 

Gehbehinderte Personen können unter der Rufnummer 19222 einen Krankentransport anfordern. Dieser Personenkreis wird gebeten, notwendige Transporte rechtzeitig vor dem 26. März 2017 anzumelden, damit die Feuerwehr die erforderliche Anzahl von Transportfahrzeugen bereitstellen kann.

Für Fragen steht ab sofort ein Bürgertelefon unter der Rufnummer 0800 / 731 31 31 zu den folgenden Zeiten zur Verfügung:

  • Montag bis Freitag, von 9 bis 16 Uhr sowie
  • Samstag, 25. März 2017, von 9 bis 16 Uhr und
  • Sonntag, 26. März 2017, von 7 Uhr bis zum Abschluss aller Maßnahmen

Für die Kampfmittelbeseitigungsmaßnahme werden alle im Sicherheitsbereich betroffenen Haushalte am Samstag, 11. März 2017 mit mehrsprachigen Informationsblättern in deutscher, englischer, türkischer sowie russischer Sprache und über die Warn-App KATWARN informiert.

 

 

 

Aktuelle Hinweise

 

Aktuelle Hinweise erhalten Sie über die Internetportale der Landeshauptstadt Hannover sowie der Feuerwehr Hannover. In den sozialen Medien informiert die Landeshauptstadt Hannover über das Twitter-Profil @hannover mit #hannbombe sowie auf der Facebook-Seite facebook.com/lhhannover.

 

 

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