Einsatz: Kampfmittelverdacht in Vahrenwald

06.04.2017 10:30

Luftbildauswertungen seitens des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen (KBD) sowie großflächige technische Sondierungsmaßnahmen haben auf einem Grundstück in der Wedelstraße im hannoverschen Stadtteil Vahrenwald gezeigt, dass es sich auf dem Gelände an mehreren Verdachtspunkten um Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handeln könnte. Zurzeit besteht keine Gefahr für die Anwohnerinnen und Anwohner, die Verdachtspunkte müssen jedoch weiter erkundet werden.

 

Bauarbeiten  

© LHH


Die Verdachtspunkte befinden sich auf einem Grundstück im Stadtteil Vahrenwald

 

Die Kampfmittelverdachtspunkte befinden sich auf einem Baugrundstück in der Wedelstraße, dort plant die Versorgungseinrichtung der üstra e.V. (VE-üstra) die Errichtung von Wohnhäusern. Im Zuge der bauvorbereitenden Maßnahmen erfolgten großflächige technische Sondierungen, bei denen die Kampfmittelverdachtspunkte lokalisiert wurden.

 

Die weitere erforderliche Freilegung soll zunächst bis auf einen Meter Erdüberdeckung oberhalb der Verdachtspunkte herangeführt werden, damit die Spezialisten des KBD weitere Sondierungen durchführen können.

 

 

Möglicher Termin: 7. Mai 2017

 

Erhärten sich die Anhaltspunkte, so müssen die Verdachtspunkte vollständig freigelegt werden. Eine solche Freilegung ist zwingend mit einer Evakuierungsmaßnahme verbunden, die sich auf einen Sicherheitsradius von 1.000 Meter bezieht. Als möglicher Termin für die Kampfmittelbeseitigung und der damit verbundenen Evakuierung des Sicherheitsbereichs wurde zwischen dem KBD, der Polizeidirektion Hannover und der Landeshauptstadt Hannover einvernehmlich Sonntag, der 7. Mai 2017 festgelegt.

 

Sicherheitsradius

 

Bei Luftbildauswertungen des KBD im Umfeld des betroffenen Baugrundstückes in der Wedelstraße haben sich weitere Verdachtspunkte auf nahegelegenen Flächen ergeben. Die Ergebnisse der technischen Sondierung dieser weiteren Verdachtspunkte auf den nahegelegenen Flächen im Umfeld des Baugrundstückes Wedelstraße beeinflussen den einzurichtenden Sicherheitsradius. Sollte sich bei der Sondierung herausstellen, dass ein Kampfmittelfund an einem Verdachtspunkt ausgeschlossen werden kann, wäre eine Verkleinerung des Sicherheitsbereiches in Teilbereichen möglich. Eine abschließende Information der Landeshauptstadt über diese Ergebnisse wird nach Ostern erfolgen. Diese Vorgehensweise stimmten Landeshauptstadt und KBD ab, um die betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner zu einem späteren Zeitpunkt nicht erneut für eine weitere Kampfmittelbeseitigungsmaßnahme evakuieren zu müssen.

 

Auf Basis dieser Erkenntnisse erfolgte die Einrichtung des Sicherheitsbereiches zur Entschärfung der möglichen Bombenblindgänger. Innerhalb des Sicherheitsbereiches leben zirka 53.200 Einwohnerinnen und Einwohner.

 

Betroffene Einrichtungen

 

Anteilig betroffen von diesem Sicherheitsradius sind die Statteile Vahrenwald, List und Nordstadt. Besondere Einrichtungen innerhalb des Sicherheitsbereiches sind unter anderem sieben Alten- und Pflegeeinrichtungen, die Sophienklinik, das Lister Krankenhaus, das Conti-Werk Vahrenwald, der üstra-Busbetriebshof Vahrenwald, die Zentrale Polizeidirektion Hannover, die Polizeiinspektion Ost sowie auch die Feuer- und Rettungswache 1.

 

Informationsblätter werden verteilt

 

Für die Kampfmittelbeseitigungsmaßnahme werden alle im dann gültigen Sicherheitsbereich betroffenen Haushalte am Samstag, 22. April 2017 mit mehrsprachigen Informationsblättern in deutscher, englischer, türkischer und russischer Sprache sowie über die Warn-App KATWARN informiert. Die Verteilung der Informationsblätter werden Helfer von DLRG, THW sowie von den Ortsfeuerwehren der Freiwilligen Feuerwehr Hannover durchführen.

 

Karte und Straßenliste

 

Den Sicherheitsbereich innerhalb des Evakuierungsradius müssen alle Personen verlassen, die sich dort aufhalten. Einen Kartenausschnitt mit dem Evakuierungsradius sowie eine Liste der betroffenen Straßen, Wege und Plätze sind dieser Information beigefügt – maßgeblich ist die Straßenliste.

 

Die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner müssen um 9 Uhr ihre Wohnungen verlassen. Die Feuerwehr bittet die Einwohnerinnen und Einwohner, auch ihre Nachbarn darüber zu informieren.

 

Krankentransport

 

Gehbehinderte Personen können unter der Rufnummer 19222 einen Krankentransport anfordern. Dieser Personenkreis wird gebeten, notwendige Transporte rechtzeitig vor dem 7. Mai 2017 anzumelden, damit die Feuerwehr die erforderliche Anzahl von Transportfahrzeugen bereitstellen kann.

 

Bürgertelefon

 

Für Fragen steht ein Bürgertelefon unter der Rufnummer 0800 - 731 31 31 zu den folgenden Zeiten zur Verfügung:

  • Donnerstag, 6. April 2017 von 10 bis 15 Uhr
  • Freitag, 7. April 2017 von 10 bis 15 Uhr
  • Freitag, 5. Mai 2017 von 10 bis 15 Uhr
  • Samstag, 6. Mai 2017 von 10 bis 15 Uhr
  • Sonntag, 7. Mai 2017 von 8 Uhr bis zum Abschluss aller Maßnahmen

Betreuungsstellen

 

Für Einwohnerinnen und Einwohner, die keine andere Aufenthaltsmöglichkeit haben, stehen am Tag der Evakuierung Betreuungsstellen unter anderem in der Käthe-Kollwitz-Schule und der IGS Vahrenheide zur Verfügung. Neben den beiden genannten Schulen sind weitere Betreuungsstellen in Planung.

 

 

Programm für die betroffene Bevölkerung

 

Die Landeshauptstadt wird erstmalig bei einer der deutschlandweit größten Evakuierungsmaßnahmen ein umfangreiches Kultur- und Unterhaltungsprogramm für die betroffene Bevölkerung organisieren. Im Sprengel Museum, Museum August Kestner sowie dem Historischem Museum wird ein kostenfreier Eintritt ermöglicht, auch Führungen und ein Rahmenprogramm sind in Planung. Das Lister Bad kann kostenfrei genutzt werden. Im Stadtteilzentrum Lister Turm findet ebenfalls ein kulturelles Programm statt. In den Betreuungsstellen werden vom Spielpark List, der Musikschule Hannover sowie vom kommunalen Seniorenservice Mitmachaktionen und ein Unterhaltungsprogramm angeboten.

 

Weitere Informationen

 

In den sozialen Medien informiert die Landeshauptstadt Hannover über das Twitter-Profil @hannover mit dem Hashtag #hannbombe sowie auf der Facebookseite facebook.com/lhhannover. Die Nutzer der Warn-App KATWARN werden innerhalb des Sicherheitsbereiches über den Beginn der Evakuierung und das Ende der Kampfmittelbeseitigungsmaßnahme informiert.

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