Brandschutzerziehung

 

Die Feuerwehr Hannover ist auch im Bereich der Brandschutzerziehung tätig. Im Rahmen dieser wird Kindern und Jugendlichen das richtige Verhalten bei einem Brand, das richtige Absetzen von Notruf-meldungen, der gewissenhafte Umgang mit Einrichtungen des vorbeugenden Brandschutzes und Maßnahmen zur Brandverhütung beigebracht.

  

Historie


Die Notwendigkeit einer öffentlichen Brandschutzerziehung für Kinder und Jugendliche wurde in der Bundesrepublik Deutschland lange verkannt. Erst Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts begann man vereinzelt, wie z.B. in Hamburg, Unterrichtseinheiten für den Bereich der Grund-, Haupt- und Realschulen anzubieten.
Einen deutlichen Impuls bekam die Brandschutzerziehung bundesweit, als sich der Spitzenverband des Brandschutzwesens in Deutschland - die Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes (vfdb) - durch Bildung eines Fachreferats dieser Aufgabe annahm und ein Grundkonzept zu Inhalten und Organisation der Brandschutzerziehung in Kindergärten, Primar- und Sekundarstufen erarbeitete.
Zeitgleich wurden auch in Hannover erste Maßnahmen zur Brandschutzerziehung an Schulen durchgeführt.
Seit 1995 ist die Brandschutzerziehung bei der Feuerwehr Hannover ein fester Bestandteil.

Notwendigkeit und Ziele

Es ist für Eltern selbstverständlich, ihre Kinder über Gefahren des Straßenverkehrs aufzuklären, mit ihnen das Überqueren der Fahrbahnen zu üben und sie mit den Farben der Verkehrsampel und deren Bedeutung vertraut zu machen. Leider wird ihnen aber kaum gesagt, was sie tun müssen, wenn es brennt oder Spielgefährten und andere Menschen in Gefahr sind. Jede dritte fahrlässige Brandstiftung in der Bundesrepublik Deutschland wird durch Kinder und Jugendliche verursacht. In Deutschland kommen immer noch rund 600 Menschen bei Bränden ums Leben, ungefähr 80 davon sind Kinder. Es müssen daher geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um systematisch Brandschutzerziehung für Kinder und Jugendliche zu betreiben.
 


Lehrinhalte/Durchführung
 
Gerade im Grundschulalter ist bei Kindern ein besonderes Interesse am Zündeln vorhanden. Diese natürliche Neugier soll durch die Brandschutzerziehung in richtige Bahnen gelenkt werden. Die Brandschutzerziehung findet in der Grundschule als Teil des Sachkundeunterrichts statt. In der Landesha uptstadt Hannover gibt es 60 Grundschulen mit rund 380 Klassen der dritten und vierten Jahrgangsstufe. Gerade in den nächsten drei Jahren ist noch mit einem Anstieg der Schülerzahlen zu rechnen.


In den Unterrichtsstunden erklären LehrerInnen und BrandschutzerzieherInnen den Verbrennungsvorgang theoretisch und experimentell. Es wird gezeigt, dass verschiedene Stoffe unterschiedliches Brandverhalten aufweisen. Durch das gewonnene Wissen lernen Kinder die Brandgefahren besser einzuschätzen und dadurch Brände zu vermeiden. Weiterhin lernen die Kinder, wie man Brände löschen kann und welche Gefahren durch den Brandrauch entstehen. Weitere wichtige Inhalte des Unterrichts sind „Alarmierung der Feuerwehr“ und „Richtiges Verhalten im Brandfall“.
Insgesamt werden pro Jahr 150 Schulklassen von den Brandschutzerziehern der Feuerwehr Hannover besucht und ca. 350 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet.
Als Ergänzung des Schulunterrichtes findet im Anschluss ein Besuch einer Feuer- und Rettungswache der Berufsfeuerwehr oder eines Feuerwehrhauses der Freiwilligen Feuerwehr statt. Dieser Besuch stellt für die Kinder eine gewisse Belohnung für ihre Mitarbeit im Unterricht dar und vertieft das vermittelte Wissen.
Für die Betreuung der Schulkinder durch die Brandschutzerzieher waren zusätzlich 500 Stunden erforderlich.