Wiederaufbau des Löschbezirks Linden

Erst nach Überwindung der Währungsreform des Jahres 1948 konnte die Stadt Hannover wieder Geldmittel für die Beschaffung von Feuerwehruniformen und Ausrüstungsstücken bereitstellen. Nun konnte auch wieder mit der Werbung neuer Mitglieder begonnen werden. Dazu wurde mit dem neuen Feuerschutzgesetz vom 21. März 1949 auch wieder eine gesetzliche Grundlage für den Wiederaufbau des Feuerlöschwesens gelegt.

Auf Grund eines Beschlusses der Löschbezirksführerversammlung vom 2. August 1949 wurde der Klempnermeister Unterbrandmeister Wilhelm Schütte mit der Führung des Löschbezirks Linden beauftragt, da der bisherige stellvertretende Löschbezirksführer Oberfeuerwehrmann Wüstefeld aus beruflichen Gründen sein Amt nicht mehr versehen konnte. Auf einer Dienstversammlung am 20. September 1950 ernannte Löschbezirksführer Schütte den Feuerwehrmann Lindemann zu seinem Stellvertreter. Damals hatte der Löschbezirk laut Mitgliederliste 11 aktive Mitglieder, wovon sich noch drei in Kriegsgefangenschaft befanden, und 6 Angehörige der Altersabteilung. Aber bereits am 1. Oktober 1951 zählte der Löschbezirk Linden wieder 32 aktive und 18 passive Mitglieder.
Nach dem Ausscheiden des inzwischen zum Brandmeister beförderten Löschbezirksführer Schütte wählte die Löschbezirksversammlung am 20. April 1952 Unterbrandmeister Wächter zu seinem Nachfolger, nachdem Kamerad Lindemann gebeten hatte, von seiner Wahl Abstand zu nehmen. Aber schon zwei Jahre später, am 08. Februar 1954 mußte Unterbarndmeister Lindemann die Nachfolge von Brandmeister Wächter antreten, da dieser als Nachfolger des Oberbrandmeisters Sundmacher, der am 18. Januar 1954 Hauptbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Hannover wurde, die Führung des 2. Zuges übernahm.
Zu seinem Stellvertreter bestimmte Lindemann den Feuerwehrmann Horst-Günther Holste. Als dieser am 1. Februar 1956 zur Berufsfeuerwehr Hannover übertrat, folgte ihm Brandmeister Wächter, der aus beruflichen Gründen sein Amt als Zugführer des 2. Zuges an Oberbrandmeister Goßrau abgegeben hatte, als stellvertretender Löschbezirksführer nach.

Als am 11.09.1960 Oberbrandmeister Goßrau aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, übernahm Hauptbrandmeister Klages den 2. Zug.

Brandmeister Lindemann führte den Löschbezirk 15 Jahre und trat aus gesundheitlichen Gründen am 21.02.1969 zurück. Löschmeister W. Wächter führte dann ein Jahr den Löschbezirk kommissarisch bis zum 07.02.1970. Es wurde nun der Hauptfeuerwehrmann G. Hesse vorgeschlagen und gewählt. HFM Hesse bestimmte den Löschmeister H. Schlote zu seinem Stellvertreter; Schlote war bereits von 1960 bis 1965 stellvertretender Löschbezirksführer. HFM Hesse baute, nachdem er als 1. Jugendwart die am 01.06.1964 gegründete Jugendgruppe 1969 von zwei verbliebenen Jugendlichen auf nunmehr 20 Jugendliche brachte, unter schwierigen Bedingungen den Löschbezirk wieder auf. Im Jahre 1970 konnte der Löschbezirk endlich in feste Räume der alten Wache 4 der Berufsfeuerwehr einziehen; denn diese erhielt vor längerer Zeit eine neue Wache auf dem Tönniesberg.
In den Jahren 1969 – 1971 nahm der Löschbezirk an folgenden größeren Einsätzen teil: Großbrand auf der Döhrener Wolle am 28.10.1969; bei dem Bauhausbrand am 22.10.1970 und bei dem Großbrand des Altpapierlages der Firma Kahle, an der Weide am 02.02.1971. Innerhalb von 16 Minuten war jeweils eine Gruppe einsatzbereit. Am 21.12.1971 bekam der Löschbezirk Linden ein neues TSF – 8; dazu kam Anfang 1975 noch ein TLF – 8 des Katastrophenschutzes; ein LF – 8 und TLF – 16 waren bereits vorhanden.
Mit diesen Fahrzeugen besitzt der Löschbezirk Linden eine beachtliche Einsatzstärke. In den Jahren 1972 und 1973 hatten wir Sturmeinsätze und den Lagerbrand der Firma Bahlsen an der Schulenburger Landstraße zu bestehen. Das Jahr 1974 brachte einschneidende Veränderungen mit sich. Nachdem Bm Borchers von Badenstedt kurze Zeit den 2. Zug geführt hatte, war nach seinem Rücktritt der 2. Zug einige Zeit führerlos. Dann wurde die Gebietsreform verabschiedet und gleichzeitig erhielten wir neue Satzungen. Die Folge war, daß wir einige langgediente Feuerwehrkameraden verloren, die nicht mehr innerhalb des Stadtgebietes wohnten. Die bestehenden Züge wurden aufgelöst und dafür Brandschutzabschnitte gebildet.

Linden bildet mit Badenstedt, Limmer und Davenstedt den 1. Brandschutzabschnitt. Am 08.12.1974 wählten die vier Löschbezirke in Limmer ihren neuen Branschutzabschnittsleiter OBM Erbelding. Durch die Initiative eines Bückener Kameraden, der in Hannover seine Dienstpflicht bei der Bundeswehr abgeleistet hatte, kam die Verbindung mit der FF – Bücken, die nach dem Jahre 1945 geruht hatte, wieder zustande. Diese Kameradschaft wird durch gegenseitige Besuche weiter gepflegt. Die in Bücken stattfindenden Theaterbesuche sind immer ein großes Erlebnis für die Kameraden. 1975 war ein Jahr von Großeinsätzen : Eine Gruppe war am 12.07.1975 bei der Firma Sundermann am Listholze 13 Stunden lang im Einsatz. Es folgte am 26.07.1975 der große Erdrutsch in Badenstedt. Am 11.08.1975 war der Löschbezirk Linden zwei Tage bei dem Waldbrand in Gifhorn eingesetzt. Hier bewiesen die Männer, daß sie über die erforderliche Schlagkraft und Einsatzbereitschaft verfügen.
In den darauf folgenden 25 Jahren konnte sich die Freiwillige Feuerwehr Linden stetig weiter entwickeln. Die Einsätze der Wehr stiegen von Jahr zu Jahr. 1981 begab sich Brandmeister Günter Hesse in die Altersabteilung und Oberlöschmeister Heinz Schlote wurde zum Ortsbrandmeister gewählt. Sein Stellvertreter wurde Oberlöschmeister Dieter Giftge. 1984 bekam die Wehr einen RW 1, der den Bereich der Technischen Hilfeleistung abdeckte. Zwei Jahre später am 02.06.86 wurde das TSF aus Altersgründen ausgemustert, dafür folgte das LF 16 TS, das war noch ein Magirus Langhauber. Im selben Jahr konnte sich die Wehr noch an einem zweiten TLF 8 erfreuen, welches aber im Herbst aus Altersgründen dann doch ausgemustert wurde. Im November 1990 bekam die Wehr ein weiteres LF 16 TS, diesmal ein Mercedes Kurzhauber. Für dieses Fahrzeug ging der RW 1 zu einer anderen Wehr. 1991 folgte ein weiteres LF 16 TS vom Typ Magirus Frontlenker. Dafür ging das LF 16 TS vom Typ Magirus Langhauber weg. Zu diesem Zeitpunkt war die Wehr mit Ihrem Fuhrpark sehr gut ausgestattet. 1994 gaben Heinz Schlote aus Altersgründen und Dieter Giftge aus beruflichen Gründen ihre Ämter ab. Es wurde der Brandmeister Walter Matthias zum Ortsbrandmeister gewählt und der Oberlöschmeister Peter Schlote zu seinem Stellvertreter. Ebenfalls konnte die Wehr 1994 ein neues Fahrzeug in Dienst nehmen. Sie erhielt das erste LF 8/6 mit 600 Litern Wasser der Freiwilligen Feuerwehr Hannover. Für dieses Fahrzeug wurde das LF 16 TS vom Typ Mercedes Kurzhauber an die F.F. Limmer abgegeben. 1999 wurde dann ein neues Einsatzkonzept in Feuerwehr Hannover eingeführt. Welches zur Folge hatte, daß die Einsätze der FF Linden sich verdreifachten und so 97 Einsätze gefahren wurden. Januar 2000 wurde der Oberbrandmeister Walter Matthias wieder zum Ortsbrandmeister gewählt und der Hauptfeuerwehrmann Mario Nitschke zu seinem Stellvertreter. Im EXPO Jahr bekam die Wehr ein weiteres Fahrzeug, ein TLF 16 von Typ Mercedes Benz, einen Frontlenker mit 2600 Litern Wasser. Somit hat die Wehr ständig 3200 Liter Wasser einsatzbereit. Für dieses TLF gab die Wehr ihr LF 8 ab. Im Jahr 2000 erreichte die Wehr nun auch zum ersten mal mehr als 100 Einsätze wo z.B. auch das Großfeuer der Gilde Brauerei drin vorkam.

Bleibt noch zu vermerken, daß in den vergangenen 125 Jahren 450 Männer in unserer Wehr ihren Dienst taten. Davon gingen 13 Kameraden zu der Berufsfeuerwehr und 10 zu Werksfeuerwehren.

Die Männer der Freiwilligen Feuerwehr in Linden gehören geschlossen dem „Kreisfeuerwehrverband Hannover Stadt" an und sind damit zugleich Mitglied des „Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen" und des „Deutschen Feuerwehrverbandes". In diesem großen Kameradschaftsbund sind die mit ihrem hohen Ideal des freiwilligen Feuerlöschwesens vereint mit den hunderttausend Kameraden gleicher Gesinnung unter dem altbewährten Leitspruch:

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr !